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Bulimie oder so...

Vergewaltigung – Verstehen – Verzeihen

Vergewaltigung, sexuelle Nötigung


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Bulimie oder so...

- let’s go back to Alices Restaurant! -



Der Körper ist weise.

Er trägt jahrtausendealte Erfahrungen in sich.

Der Körper ist eingebunden in Rhythmen, Wachstums- und Sterbeprozesse, verändert sich fließend, fast unbemerkt. In Extremsituationen wird an deutlichsten spürbar, wie fantastisch er auf Außenreize reagieren kann – und zwar ohne Zutun des Verstandes: aus Angst kann man plötzlich sehr schnell laufen oder entwickelt Bärenkräfte; im Alltag wären wir hoffnungslos überfordert, müssten wir „nur“ Atmung, Verdauung, Eisprung, Galleproduktion, die Befeuchtung der Augäpfel und die Blutzirkulation bewusst steuern. Aber: er macht das schon – von alleine. Ein Universalgenie. Gigantisch.

Der Körper lernt. Er schmeißt alte Programme über Bord und stellt sich relativ schnell auf Neues ein. Zu seinem eigenen Wohlergehen. Er scheint daran interessiert zu sein, seine Existenz so lange als möglich aufrecht zu erhalten. So schnell ist er nicht kaputt zu kriegen. Sonst säße hier heute niemand mehr [„mittelalterliche Körper“ könnten heute wahrscheinlich keinen ein einzigen Tag unbeschadet überstehen]

Was hat das mit Bulimie zu tun? Ganz einfach:

E s i s t z u m k o t z e n.

Jedenfalls sagen das die Körper von wer weiß wie vielen jungen Frauen (von den wenigen jungen Männern mal abgesehen, die „das“ auch tun). Es ist zum kotzen. Sagen weise Körper. Was zum kotzen ist? Oh, viel, sehr viel. Denn sie kotzen viel. Zunächst schlucken sie es. Und sie können viel, sehr viel schlucken. Frauen haben schon so lange so vieles geschluckt. Und nun, zu guter letzt, sollen sie noch schlucken, dass die Erde, aufs Schafott geführt wird. Vielleicht reicht es langsam. Es ist nämlich – unter anderem – zum Erbrechen.

Sie brechen. Nur ein kleiner Schritt: zum Zusammen-bruch (dem ökologischen, dem nervlichen, persönlichen, globalen), Wer bricht, wer zerbricht hier an was?

Jaja, es ist immer der persönliche Mist, die Kindheit, die angeblich nicht gefundene Frauenrolle, Schwierigkeiten hier und dort, ach der Partner, die Einsamkeit, was denn noch bitteschön? Aber persönlich muss es schon sein, damit es auch ja eine persönliche Kiste bleibt – mit Betonung auf Kiste: da stopft sich jemand mit allem Erreichbaren voll (nach was sie eine Gier haben ist ja geklärt – wissenschaftlich sogar – simple as simple can be: liebe), um es dann wieder rauszuwürgen. Würg.

Würg. Abgewürgt. Leben wird abgewürgt. Besonders gerne das Leben, die Lebendigkeit der Frauen. Das hat Tradition so wie das Schlucken-müssen.

- Das hat doch alles nix mit Bulimie zu tun, - ach nee? – Es ist ja auch stets bequemer, es auf der individuellen Ebene zu belassen; denn nur solange heißt es „du bist nicht richtig“ anstatt „es ist nicht richtig“, oder „hier stimmt was nicht“ oder „hier ist was faul“. Hier ist etwas Übles im Gange, das ist ja wohl richtig. Wer liegt denn nun richtig?

Auf jeden Fall ist die derzeitige Situation gut zu handhaben, es schafft Arbeitsplätze: für Psychologen, Soziologen, alle möglichen Logen; man bekommt einen Stempel – Sterne sind out – „süchtig“, und ab geht’s in die ganz persönliche Einzelhaft oder bestenfalls ins Ghetto – schon eh und je ein probates Mittel. Und in dem Hamsterrad aus Gier und Abscheu, Selbst- und Fremdanalyse, über-, unter- und hinterfragen bleiben letzten Endes stets sie selber fraglich, sucht, aber findet sich nicht als die, die sie ist und schon seit Anbeginn war: die Frau – die schon immer eine nahe Verbindung zur Erde hatte, deren Sinne ein fein wenig sensibler sind, deren Körper uralte Weisheiten in sich tragen. Und der sagt zu dieser Zeit schlicht und ergreifend: kotz.

Schlecht. „Mir ist schlecht“ – das könnte sie wohl mit besten Gewissen behaupten, würde sie ernsthaft nach ihrem Zustand befragt, die gute alte Erde.

Schlecht. Sie ist schlecht – das haben sie behauptet, oft schon – sie sei sogar von natur aus schlecht: die Frau. Nun wird den Frauen schlecht. Und wenn nicht von alleine, dann stecken sie sich den Finger in den Hals und kotzen alles aus, all das Viele, das sie haben schlucken müssen durch die Jahrhunderte hindurch. Der Körper ist verdammt weise. Nicht schlecht, häh?

  • Wo bitte gibt es hier L e b e n s m i t t e l ???

Ekelig – so was kann man ja nicht einfach sagen, in der Mensa, nach vertilgen des „Menü I“, oder besser noch am familiären Mittagstisch: „Danke, Mama, die Miracolie waren zum kotzen... Sie haben zwar erst ganz gut geschmeckt...“ – aber mein Körper sagt: schmeiß den Mist wieder raus – that’s not the stuff I need.

Was ist das überhaupt für ein zeug? Miracolie – hört sich ja schon mal sehr geheimnisvoll an – Fischstäbchen und Pfanni-Kartoffelpüree? Das meiste zeug macht dick und nicht glücklich. Das meiste, das man im Plus, Aldi oder Coop kriegt ist wirklich nichts weiter als zeug. Material. Brennmaterial für Menschenmaschinen... und es macht nicht glücklich. Aber es ist verhängnisvoll, denn sie schaffen es irgendwie, dass der Kram zunächst ganz gut schmeckt – wie das bei Katzenfutter funktioniert weiß man ja mittlerweile [oder nicht? Sie machen irgendwelche Lockstoffe – sexuelle – welche sonst, - in das Zeug und dann steht die Katze nur noch auf Minou oder sou.], aber, weil’s nicht das ist, was der Körper wirklich braucht, fühlt man sich gar nicht richtig satt, zufrieden. Und man isst mehr von dem toten Material. Und das hohle Zeug setzt an. Hängt sich an einen dran wie ein schweres Gewicht. Und man wird schwer. Und traurig. Aber – die Werbung schreit’s: du sollst leicht und glücklich sein, mein Kind! Eine nette Foltermethode. Eingekeilt sozusagen. Doch wieder bist du selber schuld, du solltest auf dein Gewicht achten! Der Körper ist weise. Du fühlst dich schwer und traurig. Dir fehlt Energie. Energie ist Leben, Freude, Liebe, tanz, Licht. In Nahrung ist Energie – leider meist nur Verbrennungsenergie. Dein Körper weiß aber aus alter Erfahrung, dass in Nahrung eigentlich auch Leben, Freude, Licht, Tanz und Liebe enthalten ist. Deshalb ist er gar nicht so blöde, wenn er nach „mehr“ verlangt, auch wenn du dich eh schon schwer und traurig fühlst. Nur: in dem zeug, das man hier überall bekommt, ist d a s kaum noch drin: High energy, light (nein, nein – auch in diesen Fitnessgeschichten nicht, Suggestion hin und her), sondern vielmehr Angst (der Schweine, die den Schlachthof riechen), ungeheuerliche Depression (des Huhns im Käfig), das Entsetzen ( des Rindes angesichts seines Mörders), die Trostlosigkeit (beim Aufschließen unter Kunstlicht anstatt der Sonne) doch nicht genug damit, - die lieblose Verarbeitung möchte zwar gerne für hygienische Nahrungsmittel sorgen, doch den Spuren von harmonischen Energien sind ratternde Maschinen, zerstoßen- und Zerstampftwerden nicht gerade zuträglich.

Der Körper liebt Harmonie, er besitzt einen ungeheuren Schatz an Tricks, sie zu erhalten, bzw. zu erreichen. Aber von wegen Harmonie läuft hier nicht allzu viel, schon mal gar nicht in diesen sogenannten Lebensmitteln. Ganz langsam wird dein Körper, wirst du ver-rückt, von der ursprünglichen Harmonie nämlich – im Grunde tust du nichts anderes als auf all diese Verquertheit adäquat zu reagieren.

Dein Körper weiß auch, dass ihm eigentlich viel mehr Energie zur Verfügung stehen könnte, als das Wenige, das ihn am Funktionieren (!) hält.

Von diesen Standpunkten aus betrachtet ist es eine recht gesunde Reaktion, wenn dein Körper sich wie ein Wahnsinniger gebärdet: schluck mehr, mehr Süßes zum Beispiel, das schmeckt doch so hell, hat doch so viel Energie, aber nee, das war’s auch nicht, das meine ich nicht – wieder raus damit...

Das Spiel schaukelt sich immer höher. Spätestens, wenn man nichts anderes mehr denken kann, fällt auf, dass man alleine das Hamsterrad nicht abstellen kann. Also Psychiater, Beratung, etc. Nett. Menschen schenken ein bisschen Energie. Der Horror schwächt sich etwas ab. Die machen eine Salbe und ein Pflaster auf die Wunde. Aber die heilt nicht – ach ja, jetzt bist du selber schuld.

- Aber nein! – Was ist denn hier schon heile? Ist die Erde heile? Weiß man überhaupt, was heile-sein ist, kennst du jemanden, der ganz und gar heile ist? Wenn über der Erde Un-heil liegt, darf man ja wohl mir Recht „krank“ sein, denn es bedeutet nichts anderes als das Schicksal der Erde zu teilen. – Du teilst mit ihr den Hunger Afrikas, die Übersättigung der westlichen Welt, die kalte Wüste Gobi, verdreckte Luft und das siechende Meer. Du bist eine Frau, und Frauen mussten jahrhundertelang Ungerechtigkeit, Dummheit und Hass schlucken, sie haben Vieles geschluckt – die geschändete Erde kann’s bezeugen.

E r i n n e r e dich...

(All rights reserved to Bärbel Tewes)


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Vergewaltigung – Verstehen – Verzeihen



Geschockt über Dinge, die ich so zu lesen bekomme, sitze ich mal wieder grübelnd am Schreibtisch.
Gestern waren da zunächst zwei Gedichte. Das erste werde ich einfach ohne Kommentar zitieren:

Gehen Sie nicht unbekleidet aus – das regt Männer an.
Gehen Sie nicht bekleidet aus – irgendwelche Kleidungsstücke regen immer Männer an.
Gehen Sie abends nicht alleine aus – das regt Männer an.
Gehen Sie niemals alleine aus – irgendwelche Situationen regen immer Männer an.
Gehen Sie nicht mit einer Freundin aus – einige Männer werden durch Mehrzahl angeregt.
Gehen Sie nicht mit einem Freund aus – einige Freunde können auch vergewaltigen, oder Sie treffen einen Vergewaltiger, der erst Ihren Freund angreift und dann Sie.
Bleiben Sie nicht Zuhause – Eindringlinge und Verwandte sind potentielle Täter.
Seien Sie niemals Kind – einige Täter werden durch die ganz Kleinen gereizt.
Seien Sie niemals alt – einige Vergewaltiger stürzen sich auf alte Frauen.
Verzichten Sie auf Nachbarn – die Vergewaltigen häufig Frauen.
Verzichten Sie auf Vater, Großvater, Onkel oder Bruder – das sind die Verwandten, die junge Frauen am häufigsten vergewaltigen.
Heiraten sie nicht – Vergewaltigung in der Ehe ist legal.
UM SICHER ZU GEHEN – VERZICHTEN SIE GANZ AUF IHRE EXISTENZ!

Beim zweiten Gedicht fing dann das große Schlucken an – es ist nur zu wahr...

SELBER SCHULD!!!

Als der Bankräuber aussagte,
die Bank habe ihn durch ihr Geld
zum Bankraub gereizt,
wurde seine Strafe selbstverständlich
von den beantragten 6
auf 4 Jahre vermindert.

Als er dann noch behauptete,
die Bankangestellten hätten
sich nicht gewehrt,
setzte man seine Strafe
von 4 auf 2 Jahre herab
(er konnte schließlich das
stillschweigende Einverständnis
der Angestellten voraussetzen).

Schließlich gab er noch an,
er habe vor der tat
früher, mehrfach mit
der Bank verkehrt.
Da sprachen ihn die Richter frei.
warum sollten sie hier auch
anders verfahren als bei
Vergewaltigungen?

Uff! Schlag in den Magen. „stillschweigendes Einverständnis“ weil ich mich nicht gewehrt habe!?
Die Menschen verstehen das einfach nicht.
Nicht den Schock, nicht die Todesangst.
Ein absoluter Ausnahmezustand.
Klar, ich hätte mich wehren können, vielleicht sogar erfolgreich, aber ich tat es nicht, weil ich nicht ich war – keine reelle Person – entpersonalisiert.

SELBSTVERANTWORTUNG

Ich selbst bin verantwortlich
für das,
was ich dir erlaube,
mit mir zu machen.

Und spätestens da beginnen die Tränen zu laufen. Wut, Verzweiflung, HASS. Hass sogar mehr auf mich selbst, als auf den Täter. Zwei Jahre nach der Tat ist wenigstens der Ekel verflogen und auch mit der Angst komme ich ganz gut klar. Verzweifeln immer dann, wenn Wut und Autoaggressionen überhand nehmen...
Verdammt, wenn ich mich gewehrt hätte, hätte ich mir und anderen viel ersparen können. Die Alpträume und die verstockten Gespräche, die ich leider immer wieder wie zwanghaft in die Nähe dieses Themas bringe, ohne verstanden zu werden, ohne das es hilft.
Und wenn es trotzdem geschehen wäre, dann hätte ich wenigstens überzeugend sagen können:
ICH BIN NICHT SCHULD!


(Sitara, eine Frau, die vergewaltigt wurde; NICHT: Eine vergewaltigte Frau)


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Vergewaltigung, sexuelle Nötigung



Die Täter, Statistik, Justiz - Medizinisches - Vergewaltigung in der Ehe - Rechtliche Aspekte

Unter Vergewaltigung versteht man den Beischlaf oder andere sexuelle Handlungen, die mit dem Eindringen in den Körper verbunden sind, zu denen das Opfer mit Gewalt oder durch Drohung mit einer gegenwärtigen Gefahr für Leib oder Leben gezwungen wird. Die sexuelle Nötigung ist nach § 177 dagegen jede sexuelle Handlung, zu der die betroffene Person durch Drohungen oder durch Ausnutzen einer hilflosen Lage gezwungen wurde.

Die Täter, Statistik, Justiz

Die vorgestellten statistischen Angaben gelten für das Land Berlin für das Jahr 1998. Mit gewissen Einschränkungen lassen sich diese Zahlen - zumindest als Übersicht - auf die gesamte BRD hochrechnen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Berlin rund 3,4 Millionen und die BRD rund 80 Millionen Einwohner besitzt.

In Berlin wurden im Jahr 1998 insgesamt 551 polizeiliche Ermittlungen wegen des Verdachts der sexuellen Nötigung und Vergewaltigung geführt. Davon fanden 50-60 %, also 275 bis 330 Fälle, im ehelichen Umfeld statt. Die Vergewaltigung in der Ehe wurde 1998 noch nicht in der polizeilichen Kriminalstatistik erfasst.

Das Dunkelfeld im Bereich der Vergewaltigung/sexuellen Nötigung ist sehr hoch. Aus wissenschaftlichen Untersuchungen ist bekannt, dass die Anzeigequote bei unbekannten Tätern am Höchsten, bei einer engen Täter-Opfer-Beziehung, z.B. Ehemann, Lebenspartner, am geringsten ist. Auch hier wird die Dunkelziffer auf mindestens 1 : 20 geschätzt. Im Jahre 1998 gab es in Berlin nur einen Sexualmord.

Die Täter sind oft wegen anderer Gewalttaten wie Körperverletzung, gefährliche Körperverletzung oder Raub vorbestraft. Eine Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung ist in der Regel für den Täter eher Ausdruck der Machtausübung als eine Form der Befriedigung sexueller Bedürfnisse. Leider reagiert die deutsche Justiz oft aus sozialromantischen Gründen nicht adäquat auf derartige Verbrechen. Viel zu oft hängt man immer noch der Hoffnung nach, diese Täter mit sozialpsychologischen Maßnahmen bessern zu können. Aber die Erfahrung der letzten Jahre hat vielfach das Gegenteil gelehrt. Ein besonders krasses Beispiel sei exemplarisch für viele andere derartige Fälle dargestellt:

"Im Jahr 2001 stand in Berlin ein 22-jähriger Mann vor Gericht, der ein dreizehnjähriges Mädchen brutal vergewaltigt hatte. Das Kind wurde daraufhin schwanger und erlitt eine Fehlgeburt. Die 18. Strafkammer des Landgerichts Berlin unter dem Vorsitz des Richters Pleska verurteilte den Mann daraufhin zu einer 18 monatigen Haftstrafe auf Bewährung. Interessant ist gerade in diesem Zusammenhang, dass eine andere Kammer desselben Gerichts im Juli 2002 den Beamten einer Berliner Bundesbehörde wegen Unterschlagung von 250.000 Euro zu einer Strafe von 5 Jahren und 6 Monaten Gefängnis verurteilte!"

Bosnien

Ein schlimmes Beispiel für massenhafte Gewalt gegen Frauen, die sogar von der offiziellen Politik unterstützt wurde, fand im Bosnienkrieg von 1992-1992 durch serbisches Militär und Paramilitär statt. Nach Schätzungen der EU wurden im Laufe dieses Krieges 20 000, nach Schätzungen der heutigen bosnischen Regierung sogar 50 000 Frauen systematisch vergewaltigt. Viele der Vergewaltigten, meist muslimischen Frauen und Mädchen, waren damals im Alter zwischen 12 bis 15 Jahren. Viele von ihnen wurden, so in der Ortschaft Foca, von den Serben als regelrechte Sexsklaven gehalten oder an Bordelle verkauft. Ein Zeugnis von diesen Greueltaten wird in dem am Ende dieses Textes vorgestellten Buch von Alexandra Cavelius abgelegt.

Medizinisches

Viele der Täter sind, wie erwähnt, wegen anderer Delikte wie Raub, Diebstahl oder Körperverletzung bereits in Erscheinung getreten. Daher kann man in der Regel davon ausgehen, dass in den meisten Fällen ein starkes Gewaltpotential vorhanden ist. Die Gründe dafür sind sehr verschieden. Bei vielen Tätern liegen die Wurzeln in der Kindheit und Jugend, wo sie selber unter Lieblosigkeit oder Gewalt und Rohheit zu leiden hatten, oder Opfer sexuellen Missbrauchs waren.

In vielen Strafanstalten wird während der Strafverbüßung versucht, mit Hilfe von Psychologen und Sozialarbeitern mit den Tätern eine Aufarbeitung ihrer Tat zu gewährleisten, um mögliche Wiederholungen auszuschließen. Dabei ist die Rückfallrate aber sehr hoch, so dass man sich ernsthaft fragen muss, ob der Sicherheit unschuldiger Menschen oder der Resozialisierung von Schwerverbrechern Vorrang gegeben werden soll.

Die Reaktionen der Opfer auf eine derartige Straftat sind sehr verschieden. Die meisten Frauen leiden meist jahrelang darunter, manchmal sogar ihr Leben lang. Viele Opfer benötigen intensive psychologische Betreuung. Mittlerweile gibt es für betroffene Frauen zahlreiche spezielle Hilfsorganisationen, in denen Hilfe - auch durch andere Betroffene - geleistet wird.

Vergewaltigung in der Ehe

Bis zum Jahr 1997 konnte eine Vergewaltigung in der Ehe, auch bei getrennt lebenden Eheleuten, nur als Körperverletzung und/oder Nötigung bestraft werden. Ein fraktionsübergreifender Antrag aus den Reihen aller im Bundestag vertretenen Parteien führte daraufhin im Juli des Jahres 1997 zur Streichung der für Verheiratete geltenden Ausnahmeregelung im § 177 des Strafgesetzbuches. Seit dieser Zeit ist eine Vergewaltigung unter Eheleuten rechtlich der einer Vergewaltigung durch eine andere Person völlig gleichgestellt. Somit handelt es sich auch in diesen Fällen um ein Offizialdelikt, das von der Staatsanwaltschaft nach Kenntniserlangung verfolgt und angeklagt werden muss. Nach einer Auskunft aus dem Ministerium der Justiz der Bundesrepublik Deutschland wird keine eigene Statistik für Vergewaltigungen in der Ehe geführt, sodass dafür auch keine verlässlichen Zahlen vorliegen, aber der Anteil der deswegen verurteilten Männer scheint nicht unbeträchtlich zu sein.

Rechtliche Aspekte

Nach § 177 und § 178 des deutschen Strafgesetzbuches wird die sexuelle Nötigung bzw. Vergewaltigung wie folgt bestraft:

§ 177 Sexuelle Nötigung; Vergewaltigung.

(1) Wer eine andere Person mit Gewalt, durch Drohung mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben oder unter Ausnutzung einer Lage, in der das Opfer der Einwirkung des Täters schutzlos ausgeliefert ist, nötigt, sexuelle Handlungen des Täters oder eines Dritten an sich zu dulden oder an dem Täter oder einem Dritten vorzunehmen, wird mit Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr bestraft.

(2) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter mit dem Opfer den Beischlaf vollzieht oder ähnliche sexuelle Handlungen an dem Opfer vornimmt oder an sich von ihm vornehmen lässt, die dieses besonders erniedrigen, insbesondere, wenn sie mit einem Eindringen in den Körper verbunden sind (Vergewaltigung), oder die Tat von mehreren gemeinschaftlich begangen wird.

(3) Auf Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug bei sich führt, sonst ein Werkzeug oder Mittel bei sich führt, um den Widerstand einer anderen Person durch Gewalt oder Drohung mit Gewalt zu verhindern oder zu überwinden, oder das Opfer durch die Tat in die Gefahr einer schweren Gesundheitsschädigung bringt.

(4) Auf Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren ist zu erkennen, wenn der Täter bei der Tat eine Waffe oder ein anderes gefährliches Werkzeug verwendet oder das Opfer
a) bei der Tat körperlich schwer misshandelt oder
b) durch die Tat in die Gefahr des Todes bringt

(5) In minder schweren Fällen des Absatzes 1 ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren, in minder schweren Fällen der Absätze 3 und 4 auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren zu erkennen.

§ 178 Sexuelle Nötigung und Vergewaltigung mit Todesfolge.

Verursacht der Täter durch die sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung (§ 177) wenigstens leichtfertig den Tod des Opfers, so ist die Strafe lebenslange Freiheitsstrafe oder Freiheitsstrafe nicht unter zehn Jahren.



(VON: http://www.m-ww.de/sexualitaet_fortpflanzung/lexikon/vergewaltigung_sexuelle_noetigung.html)


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